Die Zukunft der wissenschaftlichen Wissensvermittlung ist digital

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Informationsdesigner der Muthesius Kunsthochschule und Meeresforscher aus dem Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ entwickeln interaktives Wissenschaftsposter

Kiel, 24. September 2013. Interaktive Touch-Screens statt leblose Papier-Poster – darin könnte die Zukunft der Wissenschaftskommunikation liegen. Ein erstes Modell davon präsentieren jetzt Kommunikationsdesigner der Muthesius Kunsthochschule und Wissenschaftler des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“.

Das interaktive Poster besteht aus einem 55 Zoll großen Monitor, der auf Fingerbewegungen reagiert und auf dem wissenschaftliche Inhalte mit aufwändigen Grafiken, Filmsequenzen und Animationen dargestellt werden. Bei der weltweit größten Fachtagung über sogenannte submarine Hangrutschungen vom 23. bis 25. September in Kiel feiert die Technologie Premiere. Organisiert wird die Veranstaltung vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Grund für die aufwändige Entwicklung von Tom Duscher, Professor für interaktives Informationsdesign und digitale Medien an der Muthesius Kunsthochschule, und des Informationsdesigners Konrad Polzer war die Erkenntnis, dass herkömmliche wissenschaftliche Poster meist ähnlich komplex sind wie die Themen, die sie darstellen. Oft sind die beschriebenen Prozesse und komplizierten Grafiken für Außenstehende kaum verständlich. „Ziel des digitalen Posters ist eine nachvollziehbare Art der Darstellung komplexer wissenschaftlicher Inhalte“, sagt Tom Duscher, Experte der Muthesius Kunsthochschule für wissenschaftliche Visualisierung. „Ermöglicht wird das vor allem durch ein klares Bedienkonzept und inhaltliche Strukturierung. Damit bestimmt der Benutzer selbst die von ihm gewünschte Informationstiefe – je nach wissenschaftlicher Vorbildung.“

Das Wissenschaftsposter erhielt zudem eine futuristische Optik, interaktive Elemente und animierte Infografiken. „Wissenschaftliche Themen lassen sich durch diese Darstellungsform leichtverständlicher darstellen“, sagt Informationsdesigner Konrad Polzer. „Außerdem kann das digitale Poster auch außerhalb der Wissenschaft eingesetzt werden, beispielsweise in Ausstellungen und im Schulunterricht. Und Spaß macht es zudem.“

Thema des ersten Posters ist die Storegga-Erdrutschung, die durch Frank Schätzings Roman „Der Schwarm“ auch außerhalb der Wissenschaft Bekanntheit erlangte: Vor der Küste Norwegens hatte vor rund 8.000 Jahren ein Erdrutsch von der Größe Islands einen Tsunami ausgelöst und weite Teile Nordeuropas zerstört. Das digitale Poster vermittelt leicht verständlich die Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen solcher Rutschungen und erklärt typische Situationen, die Hangrutschungen unter Wasser auslösen können.

Derartige Hangrutschungen gehören bis heute zu den am meisten unterschätzten Naturgefahren und sind kaum erforscht. „Mit dem interaktiven Poster wollen wir die Prozesse hinter größeren Hangrutschungen erklären und die wichtigsten Faktoren darstellen, die zu instabilen Hängen und damit zu Erdrutschungen führen,“ sagt Dr. David Völker, Geologe am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Für das Poster haben Wissenschaftler und Designer den nicht unwahrscheinlichen Fall dargestellt, dass sich die Storegga-Rutschung in ähnlicher Weise wiederholt: Ein Hang am Kontinentalsockel vor Spitzbergen (Svalbard) könnte in die Tiefe stürzen und einen ähnlichen Tsunami wie vor rund 8.000 Jahren auslösen. „Das digitale Poster hilft uns, die vergangenen Ereignisse zu verstehen, um daraus Prognosen für zukünftige Geschehnisse abzuleiten. Obwohl in Svalbard ähnliche Bedingungen wie einst vor Zentralnorwegen herrschen, gehört der Hang zu den wenigen, der bis heute noch nicht abgerutscht ist“, erklärt Völker.

Kontakt

Tom Duscher, Muthesius Kunsthochschule (Zentrum für Medien), td@muthesius.de, Telefon: 0431-5198478

Konrad Polzer, Informationsdesign, info@konradpolzer.de, Telefon: 0431-53011140

David Völker, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dvoelker@geomar.de, 0431-600-2561

Friederike Balzereit, Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ (Öffentlichkeitsarbeit), fbalzereit@uv.uni-kiel.de, Telefon: 0431-880-3032

 Links

www.ozean-der-zukunft.de

www.muthesius.de

www.geomar.de

 

Download der Medieninformation

24.09.2013 ,

Im Fokus

Im Fokus

Übergeordnetes Ziel der Muthesius Kunsthochschule in Kiel ist es, durch künstlerisch-gestalterische Entwicklungs- und Forschungsvorhaben als Kristallisationspunkt für Arbeiten und geistige Auseinandersetzungen auf den Gebieten der Kunst, der Raumkonzeption und des Design zu wirken. Die Muthesius Kunsthochschule in Kiel als einzige Kunsthochschule des Landes Schleswig-Holstein ist nicht nur ein Ort der Ermöglichung kulturell relevant werdender Biografien, sondern mit ihrem Projektstudium auch ein Ort besonderer Experimente und Realisierungen.
 Die Profile der Masterstudiengänge stellen teilweise in der Bundesrepublik einzigartige Studienangebote und Entwicklungsmöglichkeiten für Studierende dar.

„Im Zentrum der Muthesius Kunsthochschule steht die Kunst, das Künstlerische und das Gestalterische, das Schaffende und die Produktivität. Um diese Mitte bewegt sich auch das grundsätzliche Verhältnis von Theorie und Praxis. Dieses Wechselverhältnis ist ein permanenter Prozess, eine kreisende Bewegung um das von Kunst und Design ausgehaltene Zentrum. Es ist Freiraum nötig, um sich zu bewegen. Deshalb ist die erste Bedingung für Kunst und Design an unserer Hochschule Freiheit! Zum Studium an der Muthesius Kunsthochschule gehört der Wille, diese Freiheit zu nutzen, um zu einer ebenso kreativen wie produktiven Persönlichkeit heranzureifen. So können wir unseren Studierenden persönliche Biografien ermöglichen“, verspricht Präsident Dr. Arne Zerbst.

Rund 580 Studienplätze verteilen sich zur Zeit auf die Studiengänge Freie Kunst, Freie Kunst Lehramt Gymnasium, Raumstrategien, Kommunikationsdesign und Industriedesign.

FORSCHUNG UND PROJEKTE

Die Ausbildung an der Muthesius Kunsthochschule ist projektorientiert. Studierende werden frühzeitig ermutigt, Erfahrungen mit realen Auftraggebern zu machen. Mit dem Projektbüro, dem Raum der Publikation und dem Zentrum für Medien wurden  interdisziplinär arbeitende Einrichtungen geschaffen, die den Studierenden dabei helfen, ihre Projekte erfolgreich zu realisieren.
Durch die Teilnahme an Exzellenzclustern zählt die Muthesius Kunsthochschule zu jenen international sichtbaren und wettbewerbsfähigen Forschungseinrichtungen, die dazu beitragen, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken. Zahlreiche Kooperationspartner auf lokaler, nationaler wie internationaler Ebene schätzen an der Muthesius Kunsthochschule ihre interdisziplinäre Kursstruktur sowie das persönliche Klima mit Semesterstärken von maximal 20 Studierenden – eine hervorragende Basis für Diskurse mit Innovationspotential.

INTERNATIONALITÄT

Studierende und Lehrende setzen sich jedes Semester im Rahmen interdisziplinärer Workshop-Wochen und hochschulintern organisierter, öffentlicher Symposien mit nationalen und internationalen Positionen in Kunst und Design auseinander. Internationale Dozenten sind stets Bestandteil dieser Pflichtveranstaltungen. Aus über 30 Ländern der Welt kommen junge Menschen in Kiel zum Kunst- und Designstudium zusammen. Ihr Anteil an der Studierendenschaft beträgt 14 Prozent, Tendenz steigend. Damit liegt die Muthesius Kunsthochschule weit über dem Bundesdurchschnitt.

WEBLOGS DER LEHRGEBIETE

Um die Vielfalt der Muthesius Kunsthochschule darstellbar zu machen, gibt es neben den »offiziellen« Informationsseiten (die farbige Hälfte dieser Webseite) über 30 Weblogs (die weiße Hälfte dieser Webseite), die von den einzelnen Lehrgebieten selbst gepflegt aktualisiert  werden.

Für ganz Eilige haben wir hier eine kurze Bookmarkliste zusammengestellt:
Das digitale Vorlesungsverzeichnis
Who is who an der Muthesius
-Personenverzeichnis
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Die Termine der Mappenberatung

Bibliothek (Katalog und Öffnungszeiten)

Wintersemester 2016/17

Semesterbeginn: 01.10.16
Semesterende: 31.03.17
Vorlesungsbeginn: 17.10.16
Vorlesungsende: 13.02.17

(Unterrichtsfrei: 23.12.16 – 06.01.17)

Sommersemester 2017
Semesterbeginn: 01.04.17
Semesterende: 30.09.17
Vorlesungsbeginn: 03.04.17
Vorlesungsende: 21.07.17

Wintersemester 2017/18
Semesterbeginn: 01.10.17
Semesterende: 31.03.18
Vorlesungsbeginn: 16.10.17
Vorlesungsende: 14.02.18

Unterrichtsfrei: 21.12.17 – 06.01.18

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Die Muthesius Kunsthochschule tritt entschieden für die Anerkennung und Akzeptanz jeglicher Identitätskonzepte (LGBTIQ*) jenseits von binärer Geschlechterordnung und Heterosexualität ein.
(Bitte informieren Sie sich über die Gleichstellungsarbeit auf der Website der Gleichstellungskommission: E-Mail: gleichstellungskommission@muthesius.de.)