Basisklasse

Die Basisklasse ist das gemeinsame künstlerische Orientierungsjahr, für alle Studierenden der Freien Kunst als auch für die Studierende des Faches Kunst für das gymnasiale Lehramt. Anhand von Übungen und Aufgaben werden die Studierenden an die prozessbasierte Kontinuität im Atelieralltag herangeführt, zu Anfang mit zeichnerischen Fragestellungen – Was ist Linie, Rhythmus und Zeit? – als auch mit der bildnerischen Artikulation von Figur und Form im umgebenden Raum. Ergänzt werden diese Übungen mit Untersuchungen zu der Wirkung von Farbe und Material im erweiterten Innen- und Außenraum.
Diese Versuchsanordnungen sollen die Studierenden dafür sensibilisieren und befähigen, parallel dazu selbstständige bildnerische Fragestellungen zu formulieren. Es wird von den Studierenden erwartet diese in eigenständiger Weise konstant weiter zu entwickeln. Alle Mittel, Medien und Techniken sind zulässig. Alles ist möglich, der Experimentierfreudigkeit sind keine Grenzen gesetzt. Zu dieser Entfaltung stehen den Studierenden – neben den Werkstätten und neben ihrem eigenen Arbeitsplatz in den Basisräumen – auch ein Projektraum zur Verfügung, der es ihnen erlaubt, ihre Arbeit in einem Raumkontext zu installieren und so losgelöst von „Nebengeräuschen“ zu erfahren.
Darüber hinaus bilden Präsentationen der Arbeitsschritte und Reflexionen dazu – im Plenum und in Einzelgesprächen – eine weitere Konstante im Basisjahr. Hier wird den Fragen nachgegangen, welchen gedanklichen Ursprung, welcher Intention die jeweilige künstlerische Produktion folgt und welche tatsächlichen Wirkungen dabei erzielt werden.

Neben der Kontinuität in der künstlerischen Praxis werden die Studierenden in Informationsveranstaltungen mit den wechselnden Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst vertraut gemacht. Die Lehrenden stellen hier bei Exkursionen und über Lichtbildvorträge Themenspektren vor wie: Aspekte der Zeichnung, Farbe als Material und in der Malerei, Form und Skulptur im Raum, Fotografie der Gegenwart, Installation, Klang- und Videokunst sowie performative und zeitbasierte Arbeitsansätze. Ergänzend hierzu haben die Studierenden Zugriff auf eine interne – sich ständig erweiternde – Basisdatenbank (INFO – TAKE) mit filmischen Künstlerportraits und Statements, die es ihnen ermöglichen, einzelne künstlerische Haltungen der Gegenwart selbstständig zu vertiefen.

Die Basisklasse versteht sich als eine Schule des Sehens, die es den Studierenden anhand eigener und anderer künstlerischen Produktionen eröffnen sollte, künstlerische Qualitäten unterscheiden zu lernen, diese zu erkennen und benennen zu können. Diese Befähigung, die durch die im Basisjahr produzierten Arbeiten belegt werden, sollen den Studierenden den Weg öffnen, ihr Studium in Fachklassen fortsetzen zu können.

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