Vizepräsidentin und Professorin für Interdisziplinäre künstlerische Praxis Dr. Almut Linde ist Artist-in-Residence bei Fogo Island Arts: Während ihres Aufenthaltsstipendiums, das noch bis Mitte November andauern wird, arbeitet sie im Long Studio auf Fogo Island, einer Insel, die zur kanadischen Provinz Neufundland gehört.
Almut Linde: „Auf Fogo Island sind die elementaren Dinge allgegenwärtig“
„Fogo Island ist etwas ganz Besonderes. Die Verbindung zur internationalen Kunstszene ist durch Fogo Island Arts hier sehr präsent“, sagt Almut Linde über die Kunst- und Kulturorganisation. So stehen die vom Architekten Todd Saunders entworfenen Ateliers mitten in der atemberaubenden Naturlandschaft mit Blick auf die kanadische Atlantikküste. „Sobald man hier den Fuß auf die Insel setzt, fallen die alltäglichen Ablenkungen ab. Auf Fogo Island sind die elementaren Dinge Wind, Wetter, Brandung, Meer, Feuer und Felsen allgegenwärtig. Präsenz und Gegenwart sind hier Alltag. Diesen Fokus und diese Konzentration auf das Wesentliche – darum geht es auch im künstlerischen Arbeiten und meiner Lehre.“
Grenzen zwischen Kunst und gesellschaftlicher Wirklichkeit hinterfragt
Im Zentrum von Almut Lindes interdisziplinärer künstlerischer Praxis steht die Untersuchung gesellschaftlicher Strukturen und der Bedingungen, unter denen Menschen leben und arbeiten. Mit Fotografie, Video, Installation, Performance und Archivmaterialien macht sie Prozesse und Lebensrealitäten sichtbar, die im gesellschaftlichen Alltag häufig übersehen oder ausgeblendet werden. Aus diesen Begegnungen entwickelt sie Werke, die konzeptuelle und minimalistische Ansätze mit sozialen Fragestellungen verbinden und die Grenzen zwischen Kunst und gesellschaftlicher Wirklichkeit hinterfragen. Durch ihre interdisziplinären Ansätze hat sie eine unverwechselbare Praxis entwickelt, die eine Brücke schlägt zwischen Konzeptkunst und sozialer Reflexion.
Künstlerresidenzen fördern Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen
Das internationale Residenzprogramm von Fogo Island Arts bietet Künstler*innen unterschiedlichster Disziplinen die Möglichkeit, auf Fogo Island zu leben und zu arbeiten. Die Residenzen ermöglichen es Künstler*innen, Kurator*innen und Schriftsteller*innen, nachzudenken, kreativ zu sein und Kontakte zu knüpfen, wodurch der Austausch zwischen verschiedenen Perspektiven und Disziplinen gefördert wird. Vor Almut Linde haben unter vielen anderen die italienische Künstlerin Monica Bonvicini, die deutsche Malerin Silke Otto-Knapp oder der in Montreal lebende Künstler Abbas Akhavan ein Aufenthaltsstipendium von Fogo Islands Arts erhalten. Auch Isa Melsheimer, die heute in der Klasse für Skulptur und Raum an der Muthesius Kunsthochschule lehrt, hat 2017 ein Residenzstipendium erhalten.
Seit 2017 lehrt Almut Linde an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel
Almut Linde, 1965 geboren, lehrt seit 2017 an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel; sie lebt und arbeitet in Hamburg. An der Hochschule für bildende Künste in Hamburg hat sie bei Franz Erhard Walther, Bernhard Johannes Blume und Stanley Brown studiert. Lindes Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Europa gezeigt. Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter die Hamburger Kunsthalle und die Kunsthalle Mannheim. Unter anderem hat sie 2008 den HAP-Grieshaber-Preis und 2022 den Paula Modersohn-Becker-Kunstpreis im niedersächsischen Worpswede erhalten.
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