AStA konnte weder t noch Zahlen schreiben

Heute vor 50 Jahren führten die Studenten Gert Hinnerk Behlmer und Detlev Albers die Ordinarien der Universität Hamburg vor. Am 9. November 1967 präsentierten sie anlässlich des Rektoratswechsels den Spruch »Unter den Talaren, Muff von 1000 Jahren«. Hiermit wollten sie als Mitglieder des AStA auf die mangelnde Demokratie und weitere Missstände an der Uni aufmerksam machen. Über den Text ist viel geschrieben worden, die Zahl 1000 wird als Verweis auf Hitlers Tausendjährige Reich und die braune Vergangenheit einiger Professoren gesehen. Auch das Tuch hat seine Geschichte, es ist ein Teil des Trauerflors von der Beerdigung des im Juni 1967 ermordeten Studenten Benno Ohnesorg.

Zu der aus Heftpflaster zusammengestückelte Beschriftung hat sich bisher freilich keiner geäußert. (...)

09.11.2017 · · Schreibe einen Kommentar

Buchstaben im Kopf

Wie ist das eigentlich, wenn man Buchstaben im Kopf hat? Das ist die Frage, mit der sich Antonia Cornelius seit längerem befasst. Es war das Thema ihrer Bachelorarbeit bei Jovica Veljovic, Professor für Schriftgestaltung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Dem war noch nicht genug, im Wintersemester 2016/17 und Sommersemester 2017 war sie Gasthörerin in meinen Schriftgestaltungs-Kursen an der Muthesius. Zusammen mit meinem Master-Student Björn Schumacher führte sie eine empirische Leserlichkeits-Untersuchung durch. Hierbei untersuchte sie ihre Schrift Legilux und die Text Type von Björn.

Ihre Schrift Legilux hatte sie ursprünglich als »Leseschrift mit Charakter« entworfen. Bereits am Anfang des Gestaltungsprozesses meinte Veljovic, dass aufgrund der etwas breiter angelegte Proportionen, ihre Schrift sich gut für kleinere Grade eignen würde. Damit war Antonias Interesse an der Leserlichkeit an sich geweckt, neue gestalterische Fragen taten sich auf. Welche Faktoren gibt es noch, die eine Schrift besonders leserlich machen könnten? Könnte die Legilux vielleicht noch leserlicher gestaltet werden? Ihre Recherchen wurden so umfangreich und ergiebig, dass sie den Plan auffasste, hieraus ein Buch zu machen. So entstand ein Leitfaden zu Schriftentwurf und Gestaltung mit Schrift mit dem Fokus auf Leserlichkeit und Lesbarkeit. Aktuelle Erkenntnisse aus der Lese- und Lesbarkeitsforschung werden zugänglich gemacht und mit dem über Jahrhunderte gewachsenen Wissen von Designern verknüpft. Ihr Buch »Buchstaben im Kopf. Was Kreative über das Lesen wissen sollten, um Leselust zu gestalten« ist zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2017 bei Hermann Schmidt erschienen.

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20.10.2017 · · Schreibe einen Kommentar

Zufälle sind meist auch Chancen, ein Artikel von Johannes Erler

OK, Eigenlob stinkt – aber ich hab mich halt sehr darüber gefreut, dass Johannes Erler, ex-Muthesianer und einer der Gründer der Hamburger Design-Agentur Factor Design, so nett über mich geschrieben hat. Und dabei erinnert an Prof. Klaus Detjen, der nicht nur ihm für die Typografie begeistert hat, aber auch mich 1995 als Lehrbeauftragter für Schriftgestaltung an die Muthesius holte. Johannes Erler habe ich damals nicht gleich kennengelernt, er war gerade fertig mit dem Studium. Dafür machte sein zukünftiger Kollege Uwe Melichar da gerade sein Diplom. Weitere damalige Studenten von Klaus Detjen waren übrigens André Heers und Annette Le Fort. Kurz nachdem Klaus Detjen mich 2006 zum zweiten Mal nach Kiel holte, traten sie als seine Nachfolger an. (...)

09.10.2017 · · Comments (1)

Exkursion zur FURE, The Future of Reading: Ausgebucht!

Einladung
für die Studierenden KoDe im WS 2017/18 der Fachbereiche Typografie/Schriftgestaltung sowie Konzeption und Entwurf/Strategische Kommunikation/Projektbüro. Wir fahren nach Münster, zur FURE, eine Konferenz über die Zukunft des Lesens: The Future of Reading. Sie findet an der Fachhochschule Münster am Freitag, den 24. November statt. Hört sich sehr interessant an. Die Vorträge von Frank Rausch Viki-App und Florian Adler Inklusives Kommunikationsdesign habe ich beide schon wo anders gesehen. Diese wären für mich schon Grund genug nach Münster zu fahren. So wie es aussieht werden weitere Dozenten des Fachbereichs der Typografie mitfahren. Als Hauptprojekt für Schriftgestaltung 3 (war 2) habe ich mir überlegt, dass wir uns mit dem Thema Die Schrift der Zukunft befassen. (...)

09.10.2017 · · Schreibe einen Kommentar

Next ATypI: Antwerpen 2018

Eine schönere Nachricht konnte es kaum geben. Die nächste Konferenz der ATypI findet statt in Antwerpen, vom 11. bis 15. September 2018. Die noch schönere Nachricht gibt es aber auch: Der Fachbereich Typografie plant eine Exkursion! Die ATypI verbindet weltweit alle die Schrift gestalten, produzieren, vertreiben und lehren, Antwerpen ist nicht nur eine schöne Stadt, sie beherbergt auch das Plantin-Moretus-Museum, es geht auf die Druckerei des Christoph Plantin (Christoffel Plantijn) aus dem 16. Jahrhundert zurück. Sie ist die einzige erhaltene Buchdruckerei aus dem 16. Jahrhundert und ist an sich schon Grund genug nach Antwerpen zu fahren. Nähere Informationen folgen, u.A. auf die Website der ATypI. (...)

18.09.2017 · · Schreibe einen Kommentar

Der Kieler Schriftgelehrte

Am Freitag, den 2. Dezember, besuchte mich Frau Christiane Backheuer, Journalistin für die Kieler Nachrichten, in der Muthesius-Kunsthochschule. Es entstand ein schönes Interview und der Fotograf Thomas Eisenkrätzer, den sie im Schlepptau hatte, machte ein paar schöne Bilder von mir. Das Porträt an der schwarzen Wand entstand im Studio 10, die grüne Tafel befand sich in Studio 9, da wo ich in den ersten Jahren nach dem Umzug vom Lorentzendamm zur Legienstraße unterrichtet habe. Auf meine Frage wie sie denn überhaupt auf die Idee gekommen war, mich zu interviewen, sagte sie: Ich habe morgens beim Frühstück meine Söhne befragt, ob sie einen Tipp für mich hätten. Daraufhin fragten sie bei den Nachbarn nach, (...)

07.12.2016 · · Schreibe einen Kommentar

A young Type Nerd’s guide to Amsterdam

Ab und zu bin ich mal gefragt worden, was man sich in Amsterdam (NL) alles so antun kann. Auf dem Gebiet von Schrift und Typografie natürlich … Über die Jahre habe ich alles Mögliche an Tipps zusammengestellt. Die Liste wurde immer länger, höchste Zeit also, sie zu veröffentlichen!

Universität von Amsterdam – Bijzondere Collecties
Ausstellungen über (niederländisches) Schrift- und Grafikdesign findest du in dem Gebäude der Bijzondere Collecties (Sondersammlungen) der Universität von Amsterdam. Hier befindet sich auch die Buchhandlung Nijhof & Lee, einer der Besten in den Niederlanden auf dem Gebiet der Typografie und Design. Die haben auch viele englische Titel!
Anschrift: Oude Turfmarkt 129

Stedelijk Museum
Gehe auf jeden Fall ins Stedelijk Museum. (...)

09.10.2016 · · Schreibe einen Kommentar

Quellen & Ressourcen

Welche Schrift ist das?
Identifont
www.identifont.com

Welche Schrift war das?
U&lc – Upper and lower case (Groß- und Kleinbuchstaben)
U&lc war das Kunden-Magazine von ITC International Typeface Corporation, der legendären New Yorker Verleger von Schriften. Das Magazin existierte 26 Jahre, es wurde herausgegeben von 1973 bis 1999. Somit gibt es einen schönen Überblick über die Schriften die vor allem bei den Werbeagenturen von damals am angesagtesten waren.
http://blog.fonts.com/category/ulc/

Welches Zeichen ist das?
Decode Unicode – Die Schrift-Systeme der Welt
Ein unabhängiges non-profit Archiv aller in Unicode definierten Zeichen, veröffentlicht vom Fachbereich Kommunikationsdesign der Hochschule Mainz. (...)

07.10.2016 · · Schreibe einen Kommentar

Kongresse, Fachtagungen, Workshops

Langeweile in der Vorlesungsfreie Zeit? Im Urlaub keine Lust auf den Teutonengrill? Das hat jetzt ein Ende! Viele Verbände, Organisationen und Firmen bieten Workshops und Kurse an oder organisieren Fachtagungen und Kongresse – im In- und Ausland. Hier eine engere Auswahl von denen, die sich schwerpunktmäßig den Themen Kalligrafie, Lettering, Schriftgestaltung und/oder Typografie widmen.

 

Hamburg

Allthingsletters
Handlettering-Workshops in Hamburg, geleitet von Chris Campe

Handlettering-Workshops in Hamburg

The Inner Game of Design
Veranstaltungsreihe von TwoPoints und Island. The Inner Game of Design möchte die unsichtbare Seite des Designs sichtbar machen und dadurch eine lebendige Kultur des Designs in Hamburg fördern. (...)

05.10.2016 · · Schreibe einen Kommentar

Literaturliste Leserlichkeit

Diese Liste bietet eine Hilfestellung für diejenigen, die eine möglichst gut leserliche Schrift auswählen oder selbst gestalten wollen. Sie richtet sich an Typografen und Schriftgestalter. Einen tieferen Einblick in das Thema Leserlichkeit bieten Veröffentlichungen über die wissenschaftlichen Untersuchungen, die in den hier genannten Publikationen genannt werden. Bis auf wenigen Ausnahmen haben wir solche Untersuchungen hier (noch) nicht aufgenommen.

Die Leserlichkeit von Schrift wird in der Fachliteratur oft thematisiert. Titel, worin Leserlichkeit als einer von mehreren Themen, also nicht vorrangig, behandelt wird, haben wir hier noch nicht aufgenommen. Empfehlungen, möglichst mit Nennung der jeweiligen Kapiteln bzw. Seitenzahlen, werden wir gerne in einem der nächsten Editionen aufnehmen. Eine weitere Liste könnte das Thema »Lesbarkeit von Typografie« umfassen, (...)

03.10.2016 · · Schreibe einen Kommentar

Schriftgestaltung

 

Getreu dem Motto Schrift kommt von Schreiben werden anhand von praktischen Übungen im Schreiben und Zeichnen zunächst die Basiskenntnisse über Form, Funktion und Entwicklungsgeschichte der lateinischen Schrift erarbeitet. Darüber hinaus werden Texte (Kalligrafie), Beschriftungen (Lettering), Alphabete und Zeichensysteme entworfen. Dabei gilt es, Gestaltungsprinzipien von Schrift zu entdecken, zu entwickeln und darzustellen. Diese basieren auf dem im Schreiben begründeten Formverständnis und auf dem freien Experimenten. Typische Arbeiten die hierbei entstehen sind Schreibblätter, Schriftzüge, Logos, Plakate und digitale Schriften. Die Ausarbeitung kann aber auch eigens auf die Art der Arbeit zugeschnitten werden, wie beispielsweise in Form eines modularen Systems, einer Animation oder einer Schablone. Schriftgeschichte und –Klassifikation werden sowohl theoretisch mittels Vorlesungen, als auch in Form von praktischen Übungen vermittelt. Wer möchte, kann eine eigene Schrift oder Schriftfamilie gestalten, digitalisieren und produzieren. Der Schwerpunkt wird individuell festgelegt, sie kann beispielsweise im Bereich der Konzeption für eine bestimmte Anwendung, die Ausarbeitung verschiedener Schnitte, Alternativ-Buchstaben, Zierbuchstaben, Icons, Symbole und der (OpenType-) Programmierung liegen.

Organisatorisch gesehen gehört das Lehrangebot Schriftgestaltung zum Fachbereich Typografie und Buchgestaltung. Die Kurse stehen Studierenden aller Fachbereiche und Lehrgebiete offen. Je nach Ausrichtung der Projekte finden Kooperationen mit den diversen Werkstätten der Muthesius Kunsthochschule statt. In Zusammenarbeit mit Frau Katharina Jesdinsky (Lithografie-Werkstatt) wird der sogenannte Litho-Lettering Kurs angeboten (siehe Schriftgestaltung MA 2). Optional kann eine freie Arbeit mit dem Schwerpunkt »Schrift« konzipiert und ausgearbeitet werden, bei Bedarf gerne auch fachübergreifend. Wer sich mit theoretische Aspekte der Schriftgestaltung befassen möchte, kann ein Referat halten oder sich in Absprache mit dem Institut für Kunst- und Medienwissenschaften im Rahmen der obligatorischen Hausarbeiten mit Themen der Schriftgestaltung befassen. In solchen Fällen bieten wir an, den fachlichen Inhalt zu begleiten. Wenn im Rahmen der Bachelor- oder Master-Thesis eine Schrift gestaltet wird, bietet es sich an, für die theoretische Arbeit ein hiermit eng zusammenhängendes Thema zu wählen. Auch hier begleiten und beurteilen wir den fachlichen Inhalt mit.

Fragen?
Albert-Jan Pool
Schriftgestaltung BA 1 und 3 sowie MA 1, 2 und 3
040 / 85 41 98 98 und 0170 / 482 03 27, pool@dutch-design.de

Marleen Krallmann
Schriftgestaltung BA 2
0163 / 774 42 24, mail@marleenkrallmann.com

Martin Wunderlich
Schriftgestaltung Digital (BA und MA)
04 31 / 720 73 60, mw@wunderlich-design.de

Prof. André Heers
Schriftgestaltung BA Thesis und MA Thesis
04 31 / 519 84 49, heers@muthesius.de