Jahresausstellung Einblick / Ausblick vom 18. bis 21. Juli

Wie arbeiten und forschen Studierende der Kunst und des Designs? Zur Jahresausstellung „Einblick / Ausblick“ öffnet die Muthesius Kunsthochschule in Kiel von Donnerstag, 18., bis Sonntag, 21. Juli, ihre Türen. An diesen Tagen verwandeln sich Ateliers, Werkstätten, Hörsäle, Studios und Arbeitsräume in eine rund 10.000 Quadratmeter große Ausstellung: Gäste können vier Tage lang bei freiem Eintritt einmalige Einblicke erhalten: Mehr als 600 Studierende der Studiengänge Freie Kunst, Kunst auf Lehramt an Gymnasien, Kommunikations- und Industriedesign sowie Raumstrategien zeigen ihre im Studienjahr entstandenen Projekte. Wer die Kunsthochschule besucht, kann sich über die künstlerische und gestalterische Arbeit aus Kunst und Design informieren – das Spektrum reicht von Malerei, Zeichnung, Fotografie, Buchgestaltung, Video, Skulptur und Produktdesign bis hin zur multimedialen Installation. (...)

Die Reihe „going public“ bringt Kunst und Design in die Stadt

Wie können zeitgenössische Kunst und Design sinnlich-ästhetische Denkanreize schaffen? Wie können sie sinnvolle Interventionen anbieten angesichts einer anscheinend nicht enden wollenden Abfolge an Krisen? Darum geht es der Reihe „going public – Von öffentlichem Interesse“. Initiiert und kuratiert hat sie Sven Christian Schuch, künstlerischer Leiter des spce | Muthesius, in Kooperation mit der Landeshauptstadt Kiel. An unterschiedlichen Orten im Kieler Stadtraum, unter anderem am Holstenpavillon am Ziegelteich, in Leerständen und an öffentlichen Plätzen intervenieren Studierende mit ihren künstlerischen Arbeiten und Performances.

Beteiligt sind mehr als 20 Studierende der Muthesius Kunsthochschule. Zum Auftakt hat bereits Nikolas Tesch mit seiner Lichtinstallation „vacant“ dem leerstehenden Holstenpavillon am Ziegelteich Leben und Erleuchtung eingehaucht. Lara Meise hat den ersten Akt ihres Performancezyklus‘ „Eleganter Lumpen in Zeiten der Dekadenz (The Memoir)“ aufgeführt. (...)

Reihe Sprachkunst: Michael Lentz liest aus „Heimwärts“

Autor: Michael Lentz. Foto: Victor Pattyn.

Lesung in der Reihe SPRACHKUNST auf Einladung von Arne Zerbst

Michael Lentz erinnert sich in »Heimwärts« an die unheimlichen Jahre der alten Bundesrepublik. Zwischen Apfelkuchen und Zorn, zwischen Matchboxautos und Metaphysik spielt sich in seinem neuen Roman eine westdeutsche Kleinstadt-Kindheit ab. Regelmäßig rutscht dem Vater die Hand aus, oder man begegnet sich wortlos im Haus. Es gibt viel zu essen, und die Mutter sorgt für Ordnung und schlechtes Gewissen. Unterbrochen werden die Erinnerungen von der Stimme eines Kindes, das die alte Bundesrepublik nur noch vom Hörensagen kennt und mit all dem alten Kram heute nicht mehr viel anfangen kann.
Seit »Muttersterben« erzählt Michael Lentz virtuos von Herkunft und Familie, (...)

Weitere Meldungen

„Waterkant Festival“ vom 13. bis 14. Juni

Wissen, Kompetenz und Zukunftsideen treffen beim „Waterkant Festival“ aufeinander. Während die „Waterkant“-Ausstellung bereits seit Anfang Juni geöffnet ist, bietet das Festival am Donnerstag, 13., und Freitag, 14. Juni, unter dem Motto „We Connect“ zwei Tage voller Talks, Workshops und Masterclasses. Die Muthesius Kunsthochschule beteiligt sich sowohl an der Ausstellung als auch am Festival.

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Rückenwind für Bahn-Forschungsinitiative REAKT

Auf einer stillgelegten Bahnstrecke zwischen Malente und Lütjenburg könnte die Zukunft des ländlichen Bahnverkehrs in Deutschland liegen. Denn hier untersuchen Wissenschaftler*innen der Forschungsinitiative REAKT unter Federführung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Innovationen der Bahntechnik. „Sie sollen einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrswende leisten“, erläutert Prof. Reinhard von Hanxleden, wissenschaftlicher Sprecher von REAKT und Arbeitsgruppenleiter am Institut für Informatik der CAU. Die Initiative aus Schleswig-Holstein und Hamburg hat nun eine Jury des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) überzeugt: Aus knapp 500 Bewerbungen setzte sich REAKT durch und gehört zu 20 ausgewählten Innovationscommunities, die mit dem neuen Format DATIpilot gefördert werden. REAKT erhält eine Förderung von 5 Millionen Euro für vier Jahre.

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Aktuelle Arbeiten

Echtzeit KI Installation: Symbiosis_Anglerfisch_Human&AI

Xianyao Wei, 2024

Visuelle Grundlagen und grafische Gestaltung

Zeichnen ist eine komplexe Notation. Wer zeichnet, dokumentiert: Die Zeit, die währenddessen verstreicht. Die Emotionen, die den Zeichnenden erfüllen. Den körperlichen Zustand des Zeichnenden. Das Nachdenken über den Gegenstand, der gezeichnet wird. Den Gegenstand, seine äußere Form und seine innere Verfasstheit. Die Beziehung des Zeichnenden zum Gegenstand. Die Ansprüche und Erwartungen des Zeichnenden an das Publikum.
Neben der Sprache ist das Zeichnen ein grundlegendes Werkzeug der künstlerischen Selbstverständigung in den Arbeitsfeldern des Kommunikationsdesigns. Wer zeichnet, muss innehalten und das Entstandene reflektieren. Das Zeichnen mit der Feder ist hierfür ein schönes Beispiel: Nach einigen Sekunden ist die Feder leergezeichnet und hebt sich vom Blatt, der Blick geht zum Glas mit der Tusche, die Feder wird neu gefüllt, der Blick geht zurück zum Papier und sucht sich einen neuen Ansatzpunkt, von dem aus weiter gezeichnet wird. Auch wenn es sich nur um Augenblicke handelt, fallen hier Entscheidungen über die Vervollständigung der Form.
Um zeichnen zu können, müssen wir also sehen können. Wir müssen uns der Grundlagen unserer Wahrnehmung bewusst werden, wir müssen unsere Wahrnehmung schulen und schärfen, und genau das geschieht in der reflektierenden zeichnerischen Praxis, also in einer dialektischen Bezogenheit von grafischer Gestaltung und sprachlicher Analyse. Zudem soll im Lehrgebiet „Visuelle Grundlagen und grafische Bildgestaltung“ das Zeichnen und seine Analyse mit den anderen Lehrgebieten des Kommunikationsdesigns zusammen gedacht werden.

Die in den Grundlagenkursen erworbenen Kenntnisse der digitalen Bildbearbeitung sollen in praxisnahen Aufgabenstellungen vertieft und erprobt werden. In der Regel bedeutet das, eigene kleine Publikationen mit den im Semester entstandenen Arbeiten zu erstellen. Dazu gehört ein Wissen um die Qualitätsanforderungen der verschiedenen Drucktechniken (Offset, Digitaldruck, Siebdruck etc.), zunächst das fachgerechnete Scannen der Vorlagen, die Nachbearbeitung in Photoshop und schließlich ein Layout in InDesign.

Eine Illustration soll ein Licht auf ihren Gegenstand werfen, sie soll ihn zum leuchten bringen, damit sein Wesen besser erkannt werden kann. Eine Illustration entfaltet ihre Wirkung in einem Kontext, der enger gefasst ist als der einer freien Zeichnung. Das Thema will bedacht sein, aber auch die Form der Publikation spielt eine entscheidende Rolle. Was unterscheidet eine Illustration in einer Tageszeitung von einer Illustration, die in einem Kinderbuch veröffentlicht wird? Was eine Illustration in digitalen Medien von einer auf einem Plakat am Straßenrand? Hier wird die Verknüpfung der grafischen Bildgestaltung mit den anderen Lehrgebieten im KoDe ebenfalls zentral: die Strategien der Bilder nutzenden Medien sind verschiedene, und im Lehrgebiet „Visuelle Grundlagen und grafische Bildgestaltung“ werden solche Strategien am Beispiel der Illustration analysiert und erprobt.

Ziel des Lehrgebietes ist es, neue Arbeitsfelder zu erforschen, kreatives Denken und technische Fähigkeiten zu schulen, eine persönliche, grafische Ausdrucksform finden zu helfen und zu erörtern, wie intellektuelle und emotionale Inhalte mit dem Mittel der grafischen Bildgestaltung kommuniziert werden können.
Dieser Prozess sollte während des Studiums in Gang gebracht werden, er endet nie, er ermöglicht uns ein wunderbares paradoxes Erlebnis, nämlich uns planvoll selbst überraschen zu können. Im Idealfall entsteht durch oder im Zusammenspiel mit einer solchen künstlerischen Praxis eine Haltung, die dann als Stil nach außen erkennbar wird.

Fragen ?

Prof. Markus Huber
T 0431 / 5198 – 526
E markushuber@muthesius.de