Die Ausstellung widmet sich der Abwesenheit als Zustand, Erfahrung und offene Frage. Sie versammelt Arbeiten, die Spuren, Leerstellen und das Fortwirken des Nicht-Anwesenden sichtbar machen. So entsteht ein Raum, in dem das Fehlende neue Beziehungen, Erinnerungen und Möglichkeiten eröffnet.
Öffnungszeiten:
Samstag, 05. September: 18 Uhr bis 0 Uhr (Eröffnung)
Sonntag, 06. September: 12 bis 18 Uhr
12.&13. September: 12 bis 18 Uhr
Ausstellende:
Lilly Altmann
Jakob Braune
Pablo Catoyra
Jurek Eger
Carolina Fischer
Atefeh Ghaseminia
Malin Körner
Theo Konrad
Kaddy Krüger
Jeongyeon Lee
Laura Liebchen
Emil Menz
Frerike Nagels
Rieke Pahlplatz
Anders Prey
Lilli Preuss
Reza Arabgari
Roxana Olympia Seehof
Lillith Stoeckicht
Freya Stroemer
Carolin Wille
Anwesende Abwesenheit kuratieren – Ausstellung Geister und Gespenster (AT)
Das Ausstellungsprojekt Geister und Gespenster (AT) entsteht im Rahmen eines kuratorischen Seminars unter der Leitung von Dr. Martin Karcher an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Gemeinsam mit Studierenden wird eine Ausstellung entwickelt, die sich mit unterschiedlichen Formen von Abwesenheit auseinandersetzt. Die Eröffnung findet am 5. September 2026 in der Frappant Galerie in Hamburg statt.
Die Ausstellung versteht sich als ortsspezifisches Projekt und versammelt künstlerische Positionen von zwanzig Studierenden der Freien Kunst. Die gezeigten Arbeiten umfassen verschiedene Medien, darunter Zeichnung, Bildhauerei, Neue Medien und Malerei, und treten in einen räumlichen und inhaltlichen Dialog.
Ausgangspunkt des Projekts ist ein erweiterter Begriff von Abwesenheit. Abwesenheit bezeichnet dabei nicht lediglich das, was fehlt, sondern eine wirksame Dimension von Wirklichkeit, die Wahrnehmung, Erinnerung und Erwartung strukturiert. In alltäglichen Erfahrungen – etwa im Warten auf etwas, das nicht eintritt – wird sie als aktive Verfasstheit erfahrbar. Abwesenheit erscheint damit als prägende Struktur gegenwärtiger Lebensrealitäten.
Die Figur des Gespenstischen dient in diesem Zusammenhang als theoretische und künstlerische Denkfigur. Geister stehen für das, was wirkt, ohne sichtbar präsent zu sein: für verdrängte Geschichten, nicht eingelöste Versprechen, unbetrauerte Verluste oder latente Möglichkeiten. Als Erscheinungen des Unabgeschlossenen verweisen sie auf Kräfte, die sich der unmittelbaren Sichtbarkeit entziehen und dennoch Handlung, Raum und Imagination prägen. Das Gespenstische beschreibt somit eine Form, in der sich Geschichte, Politik und Affekt in die Gegenwart einschreiben.
Die Ausstellung versteht sich als Ergebnis eines gemeinsamen kuratorischen und künstlerischen Arbeitsprozesses. Im Zentrum stehen räumliche Setzungen, Leerstellen, Dispositive und mediale Verschiebungen, die Abwesenheit nicht illustrieren, sondern erfahrbar machen. Unterschiedliche künstlerische Positionen treten miteinander in Beziehung und eröffnen vielfältige Perspektiven auf das Gespenstische, ohne dieses auf eine eindeutige Bedeutung festzulegen.
Eine Besonderheit des Projekts ist die Verbindung mit einem begleitenden Philosophieseminar von Prof. Dr. Petra Maria Meyer, das sich mit Erscheinungsformen von Geistern und Gespenstern in Kunst und Theorie auseinandersetzt. Diese Verzahnung von künstlerischer Praxis, kuratorischer Arbeit und theoretischer Reflexion bildet die Grundlage der Ausstellung und versteht sich als offenes Gefüge, in dem unterschiedliche Ansätze zusammenkommen und die Wirksamkeit des Abwesenden erfahrbar werden lassen. Das Philosophieseminar ist bereits abgeschlossen.
Projektkoordination
Dr. Martin Karcher ist promovierter Erziehungswissenschaftler, Ausstellungsmacher und Autor. Nach den Projekträumen Neue Barmbeker Apotheke (2020–2022), ABC (2022–2024) und ABCPlus (seit 2024) ist er seit Herbst 2023 Assistenzkurator im Kunstverein Hamburg. Er arbeitet unter anderem zu den Themen Kybernetik, Schreiben als künstlerische Praxis und Theorien der Versammlung.
Barbara Lüdde ist Bildende Künstlerin und lebt in Hamburg und Berlin. Seit 2025 ist sie Vertretungsprofessorin der Klasse für Freie Zeichnung und Druckgrafik an der Muthesius Kunsthochschule Kiel.
Zeit: 00:00 – 00:00