Vom grauen Betonklotz zur farbenfrohen Kunst im öffentlichen Raum: Mit dem Projekt „Deck 7 – Chromatische Visionen auf Beton“ hat eine Gruppe Studierende mit ihrem Lehrbeauftragten Philipp Röhe Hansen Schlichting das Kieler Fördeparkhaus in eine rund um die Uhr geöffnete Galerie verwandelt.
Projekt „Deck 7“ hat im Wintersemester 2025/26 begonnen
Am Anfang war der Wunsch der Besitzer, „ein buntes, ein plurales und offenes Panorama künstlerischer Ansätze zu zeigen und einen experimentellen Erfahrungsraum zur Verfügung zu stellen und kein kollektives oder streng kuratiertes Konzept zu entwickeln“, erklärt Philipp Röhe Hansen Schlichting. Im Wintersemester 2025/25 begann er mit dem Projekt, das für alle Studiengänge und Bereiche der Kunsthochschule offen war: So kommen die beteiligten Studierenden aus der Malereiklasse, der Medienklasse, der Keramikklasse im Studiengang Freie Kunst – und auch ein Kommunikationsdesigner ist dabei.
Das Ergebnis: ein zeitgenössisches Panorama
Es werden 13 künstlerische Positionen in Form einer kollektiven Intervention mit großformatigen Wandmalereien präsentiert. Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Fördeparkhaus und der Muthesius Kunsthochschule. Was die Studierenden gemeinsam haben: „Sie alle bringen eine große Vielfalt an stilistischen Ansätzen, Bildideen und Visionen mit – von naturalistischen Motiven über illustrative und gesellschaftskritische Motive, Kieler Sehenswürdigkeiten, aber auch Collagen und Wimmelbilder, streng konstruierte Bildkonzepte, intuitive Malerei oder ornamentale Spuren der iranischen Kultur aus Kiel“, sagt der Lehrbeauftragte. Kurzum: „ein ziemlich zeitgenössisches Panorama, eine postmodere Vielstimmigkeit, ein ästhetischer Pluralismus auch widersprüchlicher Bildlogiken und idealer Wirklichkeiten.
Die Wandmalereien im Überblick
Insgesamt sind 13 künstlerische Positionen zu sehen:
- Atefeh Ghaseminia + Reza Arabgari haben die freie Interpretation einiger Sehenswürdigkeiten von Kiel mit dem Titel „KielØ – zwischen Wellen“ ins Bild gesetzt.
- Atefeh Ghaseminia hat Spuren ornamentaler Ordnung mit dem Titel „Persische Gärten“ in die Architektur eingefügt
- Julius Husemann ist mit seiner intuitiven, abstrakten Malerei „Beine & Bauchnabel“ im oberen Bereich des Parkhauses zu sehen
- Hyunjoo Park hat die Ansicht eines „Horizontes“ unterhalb der gesamten Fensterlinie positioniert und eine weitere Arbeit mit dem Titel „Schimmel“ versteckt
- Qi Shen + Hongzhu Chen haben gemeinsam die großformatige, humoristische und erfrischende Collage „Cool Kuh“ gemalt
- Irwan Suhendra ist mit dem kritischen Bild einer amerikanischen Goldmine in Indonesien und dem Titel „Freepapua“ vertreten
– Jonas Saleem Kohla hat eine Reihe verschiedener Charaktere und kleinerer, gesellschaftlich eher unterbewerteter Menschengruppen mit dem Titel „Ikonengestalten“ auf dem Deck verteilt
– von Johannes Zickendraht ist das konsumkritische Wimmelbild „Breaking routines“
– Pia Overath hat eine nächtliche Stimmung in ein großes Pixelbild transformiert, das den Titel „S 4550 – B“ trägt
– Yvonne Skupsch schuf das zentral im Raum positionierte Triptychon, eine fast „barocke“ Malerei mit dem bezeichnenden Titel „Schweinehimmel“
– Philipp Röhe Hansen Schlichting hat die Arbeit „semantic jungle“ beigesteuert.
Die Ausstellung „Deck 7“ ist zu sehen im Fördeparkhaus Kiel – Deck 7, Kaistraße 1 in Kiel.
Danke für die Fotos: Richard Gutberlet




