Wie kann eine technologisierte Gesellschaft auf Fürsorge und Teilhabe statt auf Konkurrenz bauen? Die Ausstellung „Multispezies Members Club – Neue Allianzen zwischen lebendigen und künstlichen Systemen“ in Frankfurt wirft diese Fragen auf. Und entgegnet ihnen künstlerische und wissenschaftliche Perspektiven.
Einer der Kuratoren der Ausstellung ist neben gemeinsam mit Ina Neddermeyer und Susanne Wartenberg auch Andreas Greiner, Professor für Medienkunst an der Muthesius Kunsthochschule. Außerdem sind Farhang Rafiee und Laleh Khabbazy Oskouei beteiligt – sei beide studieren Freie Kunst in Kiel.
Zentraler Bestandteil ist Andreas Greiners für die Ausstellung entstandene Installation „Garden Protocol“: ein selbstregulierendes Ökosystem, das Pflanzen, Menschen und technologische Systeme über Wasser als gemeinsame Ressource miteinander verbindet. Die Arbeit präsentiert sich als lebendiges Versuchsfeld für neue Formen des Zusammenwirkens von Natur und Technologie. Laleh Khabbazy Oskouei and Farhang Rafiee zeigen mit „Arih Baji“ einen Dschinn aus der islamischen Kosmologie. Digitale Technologien wie 3D-Modellierung, Animation und Screens schaffen eine Schnittstelle zwischen menschlicher Wahrnehmung und dschinnischer Erscheinung. Die Mehrkanal-Videoinstallation arbeitet mit Glitches und Fragmentierung: Der Geist hat keine feste Identität und erscheint nur zeitweise, wodurch die Instabilität von Identität und Wahrnehmung erfahrbar wird.
Weitere Künstler*innen eröffnen vielschichtige Perspektiven auf Künstliche Intelligenz, Ökologie und gesellschaftliche Verantwortung. Wissenschaftler*innen der Goethe-Universität Frankfurt ergänzen das Programm. Die Ausstellung verbindet Kunst, Technologie und Nachhaltigkeit. Die Ausstellung findet im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 statt.
Die Ausstellung versteht sich als gelebtes Experiment: Sie zeigt, wie Technologie Kommunikation zwischen unterschiedlichen Spezies ermöglichen und demokratische Teilhabe neu gedacht werden kann — jenseits eines rein menschzentrierten Weltbilds. Zugleich bleibt sie kritisch: Technologie ist nicht neutral. Sie verbraucht Ressourcen, kann Machtverhältnisse verstärken und stößt dort an Grenzen, wo natürliche Systeme in ihrer Komplexität nicht reproduzierbar sind.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 28. März bis 6. September im MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt, MGGU, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Infos: https://www.mggu.de/ausstellungen/multispezies-members-club-neue-allianzen-zwischen-lebendigen-und-kuenstlichen-systemen/
Ort: MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt; Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main
Datum: Samstag, 28.03.2026 – Sonntag, 06.09.2026
Zeit: Ganztägig