Die Bewohnbarkeit des Himmels. Der Gottorfer Globus und die Einhausung der Welt.

Das DLC Art Lab lädt herzlich ein zum

Vortrag von Prof. Joachim Krausse (Berlin)

am Dienstag, den 20. Oktober um 18 Uhr im Kesselhaus der Muthesius Kunsthochschule

Der Gottorfer Globus gehört zu einer Kategorie, die er selbst noch mitbegründet – nämlich die der modernen Wunderwerke der Technik.

In ihnen verschränken sich Motive der Wissenschaft, der Bildung, der Repräsentation und der medialen Unterhaltung. Als Modell von Weltall und Erde ist der Globus zunächst zentrales Medium des Sichzurechtfindens in der Welt. Je größer, desto genauer konnte man über die räumliche Ordnung am Himmel wie auf der Erde informieren. Dem waren aber Grenzen durch die Handhabbarkeit gesetzt, und Karten übernahmen diese Funktion. So kommt es im 17. Jahrhundert zu den Riesengloben von denen der Gottorfer Globus der kühnste ist, mit denen ein kleines Fürstentum und später der russische Zar die Besucher in Erstaunen versetzen konnte.

Konzipiert von Adam Olearius (1603 – 1671), einem Universalgelehrten, der die Anregungen zu der besonderen Disposition dieses begehbaren Globus als Sekretär einer Handelsexpedition nach Russland und Persien im Jahr 1636 bekam.

Während im 17. und 18. Jahrhundert die Herrscherhäuser ihre Weltmachtansprüche in zwei gleichgroßen Riesengloben demonstrieren, hat der Gottorfer Globus die Besonderheit, die Erde von außen und den Himmel von innen zu zeigen. Betrachter steigen durch eine Luke, setzen sich auf eine Bank und betrachten den Sternenhimmel. Es ist diese Disposition, die den Globus zu einer Architektur macht, die Uraltes mit etwas ganz Neuem verbindet. Für das Neue hatte man noch nicht einmal vor einhundert Jahren ein Wort, als in Jena das Zeiss-Planetarium gebaut und der Sternenhimmel auf eine leichte Netzwerkkuppel projiziert wurde. Nun konnten erst Flieger, dann Astronauten im Simulator die siderische Navigation lernen und für die extraterrestrischen Räume üben.

Joachim Krausse ist Kulturwissenschaftler, der zu Architektur und Designgeschichte forscht. Unterrichtete bis 2022, zuletzt als Professor für Designtheorie, an der Hochschule Anhalt und der Stiftung Bauhaus Dessau. Dokumentarfilme für den WDR zur Geschichte der Wohnung und des Wohnungsbaus. Seit 1991 Mitarbeiter der Architekturzeitschrift ARCH+; Gebaute Weltbilder, ARCH+ 116, 1993. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Werk Buckminster Fullers Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde, übersetzt und hrsg. v. Joachim Krausse, 1973 und 1996 u.ö.; Your Private Sky. R. Buckminster Fuller. The Art of Design Science, 1999, 2017, hrsg. von Joachim Krausse und Claude Lichtenstein.


Ort: Muthesius Kunsthochschule; Legienstraße 35, 24103 Kiel
Datum: Dienstag, 20.10.2026
Zeit: 18:00 – 20:00
20.10.2026 • ,

Im Fokus

Im Fokus

Übergeordnetes Ziel der Muthesius Kunsthochschule in Kiel ist es, durch künstlerisch-gestalterische Entwicklungs- und Forschungsvorhaben als Kristallisationspunkt für Arbeiten und geistige Auseinandersetzungen auf den Gebieten der Kunst, der Raumkonzeption und des Designs zu wirken. Die Muthesius Kunsthochschule in Kiel als einzige Kunsthochschule des Landes Schleswig-Holstein ist nicht nur ein Ort der Ermöglichung kulturell relevant werdender Biografien, sondern mit ihrem Projektstudium auch ein Ort besonderer Experimente und Realisierungen.
 Die Profile der Masterstudiengänge stellen teilweise in der Bundesrepublik einzigartige Studienangebote und Entwicklungsmöglichkeiten für Studierende dar.

„Im Zentrum der Muthesius Kunsthochschule steht die Kunst, das Künstlerische und das Gestalterische, das Schaffende und die Produktivität. Um diese Mitte bewegt sich auch das grundsätzliche Verhältnis von Theorie und Praxis. Dieses Wechselverhältnis ist ein permanenter Prozess, eine kreisende Bewegung um das von Kunst und Design ausgehaltene Zentrum. Es ist Freiraum nötig, um sich zu bewegen. Deshalb ist die erste Bedingung für Kunst und Design an unserer Hochschule Freiheit! Zum Studium an der Muthesius Kunsthochschule gehört der Wille, diese Freiheit zu nutzen, um zu einer ebenso kreativen wie produktiven Persönlichkeit heranzureifen. So können wir unseren Studierenden persönliche Biografien ermöglichen“, verspricht Präsident Dr. Arne Zerbst.

Rund 630 Studienplätze verteilen sich zurzeit auf die Studiengänge Freie Kunst, Kunst Lehramt an Gymnasien, Szenografie/Interior Design/Raumstrategien, Kommunikationsdesign und Industriedesign.

FORSCHUNG UND PROJEKTE

Das Studium an der Muthesius Kunsthochschule ist projektorientiert. Studierende werden frühzeitig ermutigt, Erfahrungen mit realen Auftraggebern zu machen. Mit dem Zentrum für Medien wurde eine  interdisziplinär arbeitende Einrichtung geschaffen, die den Studierenden dabei helfen, ihre Projekte erfolgreich zu realisieren.
Durch die Teilnahme an Exzellenzclustern zählt die Muthesius Kunsthochschule zu jenen international sichtbaren und wettbewerbsfähigen Forschungseinrichtungen, die dazu beitragen, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken. Zahlreiche Kooperationspartner auf lokaler, nationaler wie internationaler Ebene schätzen an der Muthesius Kunsthochschule ihre interdisziplinäre Kursstruktur sowie das persönliche Klima mit Semesterstärken von maximal 20 Studierenden – eine hervorragende Basis für Diskurse mit Innovationspotential.

INTERNATIONALITÄT

Studierende und Lehrende setzen sich jedes Semester im Rahmen interdisziplinärer Workshop-Wochen und hochschulintern organisierter, öffentlicher Symposien mit nationalen und internationalen Positionen in Kunst und Design auseinander. Internationale Dozenten sind stets Bestandteil dieser Pflichtveranstaltungen. Aus über 30 Ländern der Welt kommen junge Menschen in Kiel zum Kunst- und Designstudium zusammen. Ihr Anteil an der Studierendenschaft beträgt 14 Prozent, Tendenz steigend. Damit liegt die Muthesius Kunsthochschule weit über dem Bundesdurchschnitt.

WEBLOGS DER LEHRGEBIETE

Um die Vielfalt der Muthesius Kunsthochschule darstellbar zu machen, gibt es neben den »offiziellen« Informationsseiten (die farbige Hälfte dieser Webseite) über 40 Weblogs (die weiße Hälfte dieser Webseite), die von den einzelnen Lehrgebieten selbst gepflegt aktualisiert werden.

Für ganz Eilige haben wir hier eine kurze Bookmarkliste zusammengestellt:
Das digitale Vorlesungsverzeichnis
Who is who an der Muthesius
-Personenverzeichnis
Medienformationen für die Presse
Die Termine der Mappenberatung

Bibliothek (Katalog und Öffnungszeiten)

 

SEMESTERZEITEN

Sommersemester 2026
Semesterzeitraum: 01.04.2026 – 30.09.2026
Vorlesungszeit: 07.04.2026 – 24.07.2026

Wintersemester 2026/2027
Semesterzeitraum: 01.10.2026- 31.03.2027
Vorlesungszeit: 19.10.2026 – 19.02.2027
Vorlesungsfrei: 21.12.2026 – 03.01.2027

Sommersemester 2027
Semesterzeitraum: 01.04.2027- 30.09.2027
Vorlesungszeit: 05.04.2027 – 23.07.2027

Wintersemester 2027/2028
Semesterzeitraum: 01.10.2027 – 31.03.2028
Vorlesungszeit: 18.10.2027 – 18.02.2028
Vorlesungsfrei: 20.12.2027 – 02.01.2028

 

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Die Muthesius Kunsthochschule tritt entschieden für die Anerkennung und Akzeptanz jeglicher Identitätskonzepte (LGBTQIA*) jenseits von binärer Geschlechterordnung und Heterosexualität ein.
(Bitte informieren Sie sich über die Gleichstellungsarbeit auf der Website der Kommission für Gleichstellung und Diversität: E-Mail: gleichstellungskommission@muthesius.de.)