14. März 2026 – 11. April 2026
Eröffnung am 13. März 2026 ab 16:00 Uhr
Finissage am 11. April 2026, 15 Uhr
Wie lässt sich Forschung so visualisieren, dass sie berührt, überrascht und im Gedächtnis bleibt? Diese Frage steht im Zentrum des Master-Schwerpunkts Interaktives Informationsdesign an der Muthesius Kunsthochschule, in dem visuelle Wissenschaftskommunikation nicht nur vermittelt, sondern selbst als Form der Forschung verstanden wird.
Die Ausstellung „Making the Invisible Visible“ präsentiert zwei Master-Thesisprojekte, die exemplarisch zeigen, wofür dieser Studiengang steht: das Unsichtbare sichtbar, erfahrbar und erzählbar zu machen. Durch interaktive, mediale Exponate werden komplexe Forschungsprozesse und abstrakte Daten in sinnlich zugängliche Formen übersetzt, in denen sich Wahrnehmen und Verstehen verbinden. So entstehen Visualisierungen, die nicht nur informieren, sondern als gestalterische Setzungen eigene Bilderwelten eröffnen und im Erleben der Besucher*innen weiter resonieren.
Dabei bleibt die inhaltliche und faktische Präzision der dargestellten Forschung oberste Maxime; sie bildet die Grundlage dafür, dass Reduktion, Inszenierung und künstlerische Interpretation verantwortungsvoll möglich werden. Wo sich diese wissenschaftliche Genauigkeit mit einem hohen ästhetischen Anspruch verbindet und Momente des Staunens auslöst, sprechen wir von exzellenter – von »Beautiful Visualization«.
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Daniel Hennschen
»Sandbox Stories«, 2025
In Sandbox Stories entfalten sich vier Erzählungen, die unterschiedliche Dimensionen des globalen Sandabbaus sichtbar machen. Als interaktive, begehbare Installation übersetzt das Projekt diese Themen in eine körperliche Erfahrung: Vier mit Sand ausgelegte Korridore stehen jeweils für eine Story. Mit der Bewegung der Besucher*innen durch den Sand vertiefen sich die Inhalte auf einer Wandprojektion – von einführenden Zusammenhängen bis zur Lösungsebene, die nachhaltige Alternativen und neue Perspektiven eröffnet.
Sand wird dabei nicht nur betrachtet, sondern betreten, gespürt und durchschritten. So verbindet die Arbeit Raum, Bewegung und Informationsdesign zu einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit einer Ressource, auf der unser modernes Leben buchstäblich gebaut ist.
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Thiemo Frömberg
»konTAKT – mit vertrauten Fremden«, 2025
In der Multimedi-Installation von Thiemo Frömberg wird als Co-Kreation mit lebenden Miesmuscheln aus der Kieler Förde der Herzschlag der stummen Organismen so emotional und informativ inszeniert, dass eine unmittelbare Nähe entsteht. Damit basiert die Installation auf der individuellen Lebensaktivität und lässt der Muschel eine Handlungsmacht zuteil werden, die unser Verhältnis zum nicht-menschlichen radikal in Frage stellt. Nach dem Miterleben ihres Lebenszyklus, können verschiedene Umweltbedingungen interaktiv simuliert werden, wodurch die Reaktionen anhand einer digitalen Muschelbank miterlebt werden können und Verständnis für ihre Bedürfnisse und Rolle im Ökosystem entsteht. Die lebenden Organismen bilden dazu einen ungestörten Vergleichswert unter konstanten artgerechten Bedingungen.
Die Inszenierung ist eine Einladung zur achtsamen Begegnung mit der unterschätzen Lebensform auf Augenhöhe. Die Präsenz der Organismen mit ihrem realen Lebensrhythmus erzeugt eine Koexistenzerfahrung, in der wir unsere Abhängigkeit von Zeit, Raum, Wasser und Sauerstoff mit den Muscheln teilen.
In Kooperation mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel: Dr. Mark Lenz, Dr. Jahangir Vajedsamiei
Zugrunde liegende CT-Scans der Organe: Universität Gent – Dr. Annelies M Declercq, Dr. Pieter Cornillie
mit: Thiemo Frömberg, Daniel Hennschen
Master Abschlussarbeiten 2026 im Schwerpunkt Interaktives Informationsdesign
in Kooperation mit sp ce | Muthesius
Ort: spce | Muthesius; Andreas-Gayk-Straße 7-11, 24103 Kiel
Datum: Samstag, 14.03.2026 – Samstag, 11.04.2026
Zeit: Ganztägig