Mapping Namibia – Vom Kolonialismus zu dekolonialen künstlerischen Praktiken

aura Horelli, Simon Tjimbawe, Daniel Munamava Street, 2026 (Detail)

Laura Horelli, 5.1.2027, 18:00-
Mapping Namibia – Vom Kolonialismus zu dekolonialen künstlerischen Praktiken

Die Geschichte der heutigen Republik Namibia, die seit 1990 unabhängig ist, ist von der deutschen Kolonialgeschichte geprägt. Im Jahr 1883 unterzeichnete der Geschäftsmann Adolf Lüderitz Landkaufverträge mit dem Nama-Häuptling Josef Frederiks, wohl wissend, dass Frederiks englische Meilen (1,6 km) als Maßeinheit verwendete, auch wenn er später auf der deutschen Meile (7,5 km) bestand. Die Grenzen von „Deutsch-Südwestafrika“ wurden auf der Afrika-Konferenz 1884–1885 in der Wilhelmstraße in Berlin festgelegt, einer Konferenz der europäischen Mächte sowie der Vereinigten Staaten und des Osmanischen Reiches, bei der kein einziger Afrikaner anwesend war. Diese Grenzen haben ethnische Gruppen voneinander getrennt und sie auf verschiedene Staaten aufgeteilt, wie es auch heute noch beim der Aawambo im Norden Namibias und im Süden Angolas der Fall ist. Der Widerstand der Ovaherero und Nama gegen die deutschen Siedler führte zu einem Krieg, der im ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts gipfelte. Während des südafrikanischen Apartheid-Regimes wurde die räumliche Trennung zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen und der Bevölkerung europäischer Abstammung – ein Erbe der deutschen Kolonialzeit – fortgesetzt. Nicht-weiße Arbeiter durften sich nur mit einem Pass außerhalb eines „Bantustans“ bewegen. Im Jahr 1959 kam es in Old Location, einem schwarzen Viertel von Windhoek, zu einer Zwangsräumung, bei der die Bevölkerung gegen ihre Umsiedlung außerhalb der Stadt in ein Gebiet namens Katutura protestierte. Dieses Ereignis diente als Auslöser für den anschließenden Befreiungskampf Namibias.

Wie setzen sich Künstler*innen in Namibia und Deutschland mit der Geschichte und den Kontinuitäten kolonialer Gewalt auseinander? Dieser Vortrag untersucht, wie Methoden wie das Mapping in zeitgenössischen künstlerischen Praktiken dekolonial umgekehrt werden, beispielsweise in den Werken von Tuli Mekondjo, Vitjitua Ndjiharine, Forensic Architecture, Dirk Schmit, Moses März und der Referentin selbst.

Laura Horelli ist bildende Künstlerin und Filmemacherin. Sie wurde 1976 in Helsinki geboren, wuchs in Nairobi und London auf und lebt in Berlin. In ihrer künstlerischen Arbeit, vor allem im Medium des digitalen Films, untersucht sie die Schnittstelle zwischen privatem und öffentlichem Raum. In den letzten zehn Jahren hat sie sich mit der Geschichte befasst, die Namibia, (Ost-)Deutschland und Finnland während der Kolonialzeit und der Apartheid verbindet. http://laurahorelli.com/x

Bild: Laura Horelli, Simon Tjimbawe, Daniel Munamava Street, 2026 (Detail)


Ort: Muthesius Kunsthochschule; Legienstraße 35, 24103 Kiel
Datum: Dienstag, 05.01.2027
Zeit: 18:00 – 20:00
05.01.2027 •

Im Fokus

Im Fokus

Übergeordnetes Ziel der Muthesius Kunsthochschule in Kiel ist es, durch künstlerisch-gestalterische Entwicklungs- und Forschungsvorhaben als Kristallisationspunkt für Arbeiten und geistige Auseinandersetzungen auf den Gebieten der Kunst, der Raumkonzeption und des Designs zu wirken. Die Muthesius Kunsthochschule in Kiel als einzige Kunsthochschule des Landes Schleswig-Holstein ist nicht nur ein Ort der Ermöglichung kulturell relevant werdender Biografien, sondern mit ihrem Projektstudium auch ein Ort besonderer Experimente und Realisierungen.
 Die Profile der Masterstudiengänge stellen teilweise in der Bundesrepublik einzigartige Studienangebote und Entwicklungsmöglichkeiten für Studierende dar.

„Im Zentrum der Muthesius Kunsthochschule steht die Kunst, das Künstlerische und das Gestalterische, das Schaffende und die Produktivität. Um diese Mitte bewegt sich auch das grundsätzliche Verhältnis von Theorie und Praxis. Dieses Wechselverhältnis ist ein permanenter Prozess, eine kreisende Bewegung um das von Kunst und Design ausgehaltene Zentrum. Es ist Freiraum nötig, um sich zu bewegen. Deshalb ist die erste Bedingung für Kunst und Design an unserer Hochschule Freiheit! Zum Studium an der Muthesius Kunsthochschule gehört der Wille, diese Freiheit zu nutzen, um zu einer ebenso kreativen wie produktiven Persönlichkeit heranzureifen. So können wir unseren Studierenden persönliche Biografien ermöglichen“, verspricht Präsident Dr. Arne Zerbst.

Rund 660 Studienplätze verteilen sich zurzeit auf die Studiengänge Freie Kunst, Kunst Lehramt an Gymnasien, Szenografie/Interior Design/Raumstrategien, Kommunikationsdesign und Industriedesign.

FORSCHUNG UND PROJEKTE

Das Studium an der Muthesius Kunsthochschule ist projektorientiert. Studierende werden frühzeitig ermutigt, Erfahrungen mit realen Auftraggebern zu machen. Mit dem Zentrum für Medien wurde eine  interdisziplinär arbeitende Einrichtung geschaffen, die den Studierenden dabei helfen, ihre Projekte erfolgreich zu realisieren.
Durch die Teilnahme an Exzellenzclustern zählt die Muthesius Kunsthochschule zu jenen international sichtbaren und wettbewerbsfähigen Forschungseinrichtungen, die dazu beitragen, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken. Zahlreiche Kooperationspartner auf lokaler, nationaler wie internationaler Ebene schätzen an der Muthesius Kunsthochschule ihre interdisziplinäre Kursstruktur sowie das persönliche Klima mit Semesterstärken von maximal 20 Studierenden – eine hervorragende Basis für Diskurse mit Innovationspotential.

INTERNATIONALITÄT

Studierende und Lehrende setzen sich jedes Semester im Rahmen interdisziplinärer Workshop-Wochen und hochschulintern organisierter, öffentlicher Symposien mit nationalen und internationalen Positionen in Kunst und Design auseinander. Internationale Dozenten sind stets Bestandteil dieser Pflichtveranstaltungen. Aus über 30 Ländern der Welt kommen junge Menschen in Kiel zum Kunst- und Designstudium zusammen. Ihr Anteil an der Studierendenschaft beträgt 14 Prozent, Tendenz steigend. Damit liegt die Muthesius Kunsthochschule weit über dem Bundesdurchschnitt.

WEBLOGS DER LEHRGEBIETE

Um die Vielfalt der Muthesius Kunsthochschule darstellbar zu machen, gibt es neben den »offiziellen« Informationsseiten (die farbige Hälfte dieser Webseite) über 40 Weblogs (die weiße Hälfte dieser Webseite), die von den einzelnen Lehrgebieten selbst gepflegt aktualisiert werden.

Für ganz Eilige haben wir hier eine kurze Bookmarkliste zusammengestellt:
Das digitale Vorlesungsverzeichnis
Who is who an der Muthesius
-Personenverzeichnis
Medienformationen für die Presse
Die Termine der Mappenberatung

Bibliothek (Katalog und Öffnungszeiten)

 

SEMESTERZEITEN

Sommersemester 2026
Semesterzeitraum: 01.04.2026 – 30.09.2026
Vorlesungszeit: 07.04.2026 – 24.07.2026

Wintersemester 2026/2027
Semesterzeitraum: 01.10.2026- 31.03.2027
Vorlesungszeit: 19.10.2026 – 19.02.2027
Vorlesungsfrei: 21.12.2026 – 03.01.2027

Sommersemester 2027
Semesterzeitraum: 01.04.2027- 30.09.2027
Vorlesungszeit: 05.04.2027 – 23.07.2027

Wintersemester 2027/2028
Semesterzeitraum: 01.10.2027 – 31.03.2028
Vorlesungszeit: 18.10.2027 – 18.02.2028
Vorlesungsfrei: 20.12.2027 – 02.01.2028

 

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Die Muthesius Kunsthochschule tritt entschieden für die Anerkennung und Akzeptanz jeglicher Identitätskonzepte (LGBTQIA*) jenseits von binärer Geschlechterordnung und Heterosexualität ein.
(Bitte informieren Sie sich über die Gleichstellungsarbeit auf der Website der Kommission für Gleichstellung und Diversität: E-Mail: gleichstellungskommission@muthesius.de.)