Prof. Dr. Norbert M. Schmitz – Walther Ruttmann: Melodie der Welt

Vortrag. Zur Archäologie konsumistischer Medienwelten.

Walther Ruttmanns  „Berlin – Die Sinfonie einer Großstadt“ stellt bis heute den wohl bekanntesten Film der klassischen Avantgarde dar. Allerdings stellt sich aus heutiger (medientheoretischer) Sicht die Frage nach den ‚politisch-kulturellen‘ Implikationen dieser Form kinematographischer Modernität.

Kurz nach dem Erfolg seines Großstadtportraits beauftragte die Hapag-Loyd Ruttmann zu dem großen Werbefilm „Melodie der Welt“, in dem er seine einerseits assoziative, zugleich aber formal radikal durchkomponierte Montagetechnik dazu verwendete die Welt – nun leicht erreichbar mit den eleganten Luxuslinern der berühmten Reederei  – zu einer Art globalen Dorf’ aus dem Geist des Films werden ließ. Rio und Shanghai, Bali und Hawaii; das sind zumindest als Werbeversprechen schon 1928 Orte, in denen sich das aufkommende Touristenheer so zu Hause fühlt wie an Rhein und Arno. Oft wird übersehen, dass ein guter Teil des deutschen Avantgardefilms zugleich Werbefilme waren. Ruttmann legte hier tatsächlich die Fundamente für eine Ästhetik der Beschleunigung, die später in den Clips und Werbefilmen für die MTV- und VIVA-Generation zur Selbstverständlichkeit wurden.

Aus aktueller Sicht stellt sich allerdings die Frage, ob dieser formalistische Blick nicht einübt in die Desemantiserung der Welt im Geflacker des konsumistischen Bilderflusses unserer Tage, der Entwertung der Wert zum Spektakel? Der alte Vorwurf Kracauers, dass hier die Welt in der Kälte ornamentaler Form erstarrt, scheint demgegenüber, wenn es um die Wurzeln des Totalitarismus der Medienkultur unserer Tage geht, fast harmlos und gestrig.

Dr. Norbert M. Schmitz ist Professor für Ästhetik an der Muthesius Kunsthochschule, Kiel. Kunst- und Medienwissenschaftler. Lehrtätigkeiten u.a. an Universitäten und Kunsthochschulen in Wuppertal, Bochum, Erlangen, Linz und Zürich. Inernational Vorträge an den Universitäten bzw. Akademien in Chicago, Berkeley, New York, Atlanta, Minneapolis, Paris, Zürich, Bern, Salzburg, Firenze, New Dehli, Lahore, Kathmandu, Seoul, Hangzhou. Methodische Arbeiten zu Fragen der Intermedialität von bildender Kunst und Film, Ikonologie der alten und neuen Medien, Diskursgeschichte der Kunstwissenschaft, des Kunstsystems und der Medientheorie, Methodik der moderner Bildwissenschaft; Sachliche Schwerpunkte: Klassische Filmgeschichte, Avantgardefilm und Kulturgeschichte der Moderne.


Ort: Kunsthochschule für Medien Köln; Filzengraben 2, 50676 Köln
Datum: Donnerstag, 05.07.2018
Zeit: 19:00 – 21:00
05.07.2018 ,

Im Fokus

Im Fokus

Übergeordnetes Ziel der Muthesius Kunsthochschule in Kiel ist es, durch künstlerisch-gestalterische Entwicklungs- und Forschungsvorhaben als Kristallisationspunkt für Arbeiten und geistige Auseinandersetzungen auf den Gebieten der Kunst, der Raumkonzeption und des Design zu wirken. Die Muthesius Kunsthochschule in Kiel als einzige Kunsthochschule des Landes Schleswig-Holstein ist nicht nur ein Ort der Ermöglichung kulturell relevant werdender Biografien, sondern mit ihrem Projektstudium auch ein Ort besonderer Experimente und Realisierungen.
 Die Profile der Masterstudiengänge stellen teilweise in der Bundesrepublik einzigartige Studienangebote und Entwicklungsmöglichkeiten für Studierende dar.

„Im Zentrum der Muthesius Kunsthochschule steht die Kunst, das Künstlerische und das Gestalterische, das Schaffende und die Produktivität. Um diese Mitte bewegt sich auch das grundsätzliche Verhältnis von Theorie und Praxis. Dieses Wechselverhältnis ist ein permanenter Prozess, eine kreisende Bewegung um das von Kunst und Design ausgehaltene Zentrum. Es ist Freiraum nötig, um sich zu bewegen. Deshalb ist die erste Bedingung für Kunst und Design an unserer Hochschule Freiheit! Zum Studium an der Muthesius Kunsthochschule gehört der Wille, diese Freiheit zu nutzen, um zu einer ebenso kreativen wie produktiven Persönlichkeit heranzureifen. So können wir unseren Studierenden persönliche Biografien ermöglichen“, verspricht Präsident Dr. Arne Zerbst.

Rund 580 Studienplätze verteilen sich zur Zeit auf die Studiengänge Freie Kunst, Freie Kunst Lehramt Gymnasium, Raumstrategien, Kommunikationsdesign und Industriedesign.

FORSCHUNG UND PROJEKTE

Die Ausbildung an der Muthesius Kunsthochschule ist projektorientiert. Studierende werden frühzeitig ermutigt, Erfahrungen mit realen Auftraggebern zu machen. Mit dem Projektbüro, dem Raum der Publikation und dem Zentrum für Medien wurden  interdisziplinär arbeitende Einrichtungen geschaffen, die den Studierenden dabei helfen, ihre Projekte erfolgreich zu realisieren.
Durch die Teilnahme an Exzellenzclustern zählt die Muthesius Kunsthochschule zu jenen international sichtbaren und wettbewerbsfähigen Forschungseinrichtungen, die dazu beitragen, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken. Zahlreiche Kooperationspartner auf lokaler, nationaler wie internationaler Ebene schätzen an der Muthesius Kunsthochschule ihre interdisziplinäre Kursstruktur sowie das persönliche Klima mit Semesterstärken von maximal 20 Studierenden – eine hervorragende Basis für Diskurse mit Innovationspotential.

INTERNATIONALITÄT

Studierende und Lehrende setzen sich jedes Semester im Rahmen interdisziplinärer Workshop-Wochen und hochschulintern organisierter, öffentlicher Symposien mit nationalen und internationalen Positionen in Kunst und Design auseinander. Internationale Dozenten sind stets Bestandteil dieser Pflichtveranstaltungen. Aus über 30 Ländern der Welt kommen junge Menschen in Kiel zum Kunst- und Designstudium zusammen. Ihr Anteil an der Studierendenschaft beträgt 14 Prozent, Tendenz steigend. Damit liegt die Muthesius Kunsthochschule weit über dem Bundesdurchschnitt.

WEBLOGS DER LEHRGEBIETE

Um die Vielfalt der Muthesius Kunsthochschule darstellbar zu machen, gibt es neben den »offiziellen« Informationsseiten (die farbige Hälfte dieser Webseite) über 30 Weblogs (die weiße Hälfte dieser Webseite), die von den einzelnen Lehrgebieten selbst gepflegt aktualisiert  werden.

Für ganz Eilige haben wir hier eine kurze Bookmarkliste zusammengestellt:
Das digitale Vorlesungsverzeichnis
Who is who an der Muthesius
-Personenverzeichnis
Medienformationen für die Presse
Die Termine der Mappenberatung

Bibliothek (Katalog und Öffnungszeiten)

Wintersemester 2017/18
Semesterbeginn: 01.10.17
Semesterende: 31.03.18
Vorlesungsbeginn: 16.10.17
Vorlesungsende: 14.02.18

Unterrichtsfrei: 21.12.17 – 06.01.18

Sommersemester 2018
Semesterbeginn: 01.04.18
Semesterende: 30.09.18
Vorlesungsbeginn: 02.04.18
Vorlesungsende: 20.07.18

Wintersemester 2018/19
Semesterbeginn: 01.10.18
Semesterende: 31.03.19
Vorlesungsbeginn: 15.10.18
Vorlesungsende: 18.02.19

Unterrichtsfrei: 21.12.18 – 04.01.19

Sommersemester 2019
Semesterbeginn: 01.04.19
Semesterende: 30.09.19
Vorlesungsbeginn: 01.04.19
Vorlesungsende: 12.07.19

Wintersemester 2019/20
Semesterbeginn: 01.10.19
Semesterende: 31.03.20
Vorlesungsbeginn: 14.10.19
Vorlesungsende: 17.02.20

Unterrichtsfrei: 23.12.19 – 06.01.20

Sommersemester 2020
Semesterbeginn: 01.04.20
Semesterende: 30.09.20
Vorlesungsbeginn: 06.04.20
Vorlesungsende: 17.07.20

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Die Muthesius Kunsthochschule tritt entschieden für die Anerkennung und Akzeptanz jeglicher Identitätskonzepte (LGBTIQ*) jenseits von binärer Geschlechterordnung und Heterosexualität ein.
(Bitte informieren Sie sich über die Gleichstellungsarbeit auf der Website der Gleichstellungskommission: E-Mail: gleichstellungskommission@muthesius.de.)