Auf Einladung von Arne Zerbst liest Menasse im Kesselhaus in der Legienstraße 35 um 20.00 Uhr in der Reihe Sprachkunst.
Die Muthesius Kunsthochschule will mit dieser Veranstaltungsreihe Impulse nach Innen und nach Außen geben. Seit dem Wintersemester 2014/15 werden regelmäßig Autoren zu Lesungen eingeladen, die sowohl in unsere Studiengänge wirken sollen als auch in die Kieler Öffentlichkeit hinein. Ein wesentliches Anliegen dabei ist es, die bildende Kunst in eine produktive Nähe zur redenden Kunst zu setzen.
Insbesondere im Kommunikationsdesign mit seinen Professuren „Typografie“ und „Buchgestaltung“ ist die Literatur bereits eingebunden in die Kunsthochschule. Die Reihe „Sprachkunst“ tritt an, dieses Verhältnis zu vertiefen.
Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. In seinem Roman „Die Hauptstadt“ spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft.
Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den „Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb“. Menasse lehrte anschließend sechs Jahre an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien u.a. über Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.
Ort: Kesselhaus der Muthesius Kunsthochschule; Legienstraße 35, 24103 Kiel
Datum: Dienstag, 30.01.2018
Zeit: 20:00 – 22:00