Wie lassen sich Klänge in eine grafische Notation übersetzen? Und wie klingen wiederum diese Notationen, wenn Musikerinnen und Musiker sie aufführen? In einem besonderen Kooperationsprojekt mit der Musikhochschule Lübeck haben Studierende der Masterklasse Typografie und Buchgestaltung genau dies ausprobiert. Das Ergebnis führen sie am Samstag, 9. Mai, im Rahmen des Frequenz Festivals in Kiel auf.
Zwei Minuten lange Tonsequenzen als Ausgangsmaterial
„Es ist genau ein Jahr her, dass 13 Studentinnen unserer Masterklasse von Kiel nach Lübeck fuhren und dort die Kompositionsklasse an der Musikhochschule besuchten“, sagt Annette le Fort, Professorin für Buchgestaltung im Studiengang Kommunikationsdesign. Sie hat gemeinsam mit Milica Djordjevic, Professorin der Kompositionsklasse an der Musikhochschule Lübeck, das Projekt der beiden künstlerischen Hochschulen initiiert. Während ihrer Fahrt nach Lübeck nahm jede Studentin Tonmaterial auf: im Zug, auf der Straße, in der Hochschule, den Klang einzelner Instrumente oder abends beim Konzert, das im Rahmen des Brahmsfestivals stattfand. Aus diesem Material schnitten die Studentinnen jeweils ein zwei Minuten langes Stück heraus und übersetzen die Klänge auf ganz eigene Weise in eine grafische Notation, die der Intensität, Farbe, Schwere und Kraft des Klangs Gestalt verlieh. Entstanden sind daraus 13 Notenhefte, die eine Reihe bilden: „Ein Tag in dreizehn Sätzen„.
Notationen als Grundlage einer Aufführung
„Die entstandenen experimentellen Notationen haben wir an die Kompositionsklasse der Musikhochschule zurückgegeben. Dort wurden sie dann erneut vertont.“ So bilden die Notationen die Grundlage einer Aufführung der Musikerinnen und Musiker aus Lübeck, die die grafischen Formen in Klänge zurückübersetzten und den Originalaufnahmen eine musikalische Komposition gegenüberstellten. „Das Ergebnis sind 13 Stücke, die jeweils zwei Minuten lang sind“, sagt Annette le Fort.
Konzert am Samstag, 9. Mai, in der Galerie Simone Menne
Im Rahmen des Frequenz Festivals kommt das gemeinsame Projekt der Kunst- und Musikhochschule nun zur Aufführung: Am Samstag, 9. Mai, beginnt das Konzert um 17 Uhr in der Galerie Simone Menne in Kiel. Ausgestellt sind dort bis Dienstag, 12. Mai, außerdem die 13 Buchobjekte.
Mit Beiträgen von: Annabelle Albrecht, Katharina Beierbach, Rieke Brandt, Selina Eisele, Mya Fraser, Karen Mathieu, Svenja Oeßelmann, Bregtje Petersen, Hannah Röbisch, Kaja Schmitt, Alena Vocka, Carlotta Weinelt, Anna Zaletaeva [Muthesius Kunsthochschule]. Diego Morales Castillo, Yuxuan Feng, Kiloh Lee, Michael Müller-Kasztelan, Sarah Proske, Wiebke Verena Riebesehlt, Jan Alexander Schneider, Maximilian Robin Treller, Ilia Viazov, Valerii Vladymyrov, Jonas Wolf [Musikhochschule Lübeck].
Weitere Informationen:
Am Samstag, 9. Mai, wird um 17 Uhr die Installation mit dem Konzert eröffnet. Zu sehen sind die Buchobjekte mit den Original-Tonaufnahmen außerdem am Sonntag, 10. Mai, von 11 bis 16 Uhr, am Montag, 11. Mai, von 17 bis 19 Uhr sowie am Dienstag, 12. Mai, von 17 bis 19 Uhr in der Galerie Simone Menne, Alte Feuerwache 13 in Kiel.
Collage: André Heers